Internationale Vermögenswerte und Vererbung in Europa
Dieser Artikel erläutert allgemeine Grundsätze und dient nur zu Informationszwecken. Er stellt keine Rechts- oder Steuerberatung dar. Die persönlichen Ergebnisse hängen von Wohnsitz, Einkommensart, grenzüberschreitenden Verbindungen, Dokumenten und Zeitpunkt ab.
Warum „Vermögen auf dem Papier“ oft nach dem Tod zu null wird
Heute folgen europäische Unternehmer und Investoren alle demselben Modell.
Vermögenswerte sind über Länder, Rechtspersonen und Plattformen verteilt. Eine Firma in Estland. Ein Holding in Luxemburg. Immobilien in Spanien. Investitionen über SAFE in den USA. Ein Krypto-Wallet auf einem privaten Schlüssel. Domains und SaaS-Konten.
Auf dem Papier sieht das wie diversifiziertes Kapital aus.
Aus Sicht der Vererbung ist es ein fragmentiertes System ohne einzigen Einstiegspunkt.
Nach dem Tod des Eigentümers wird das Recht jedes Landes separat ausgelöst.
Die Erben erhalten kein Portfolio, sondern 10–20 unverbundene Rechtsprozesse.
1. Gleiche Anteile und unteilbare Strukturen
In vielen EU-Ländern gibt es eine Regel der Pflichtteilserbschaft.
Frankreich, Spanien, Italien, Deutschland — Sie können nicht einfach alles einer Person hinterlassen. Das Gesetz verlangt Verteilung.
Stellen Sie sich nun eine typische Struktur vor:
• 12 Unternehmen in verschiedenen Rechtsordnungen
• Anteile über Holdings gehalten
• einige Vermögenswerte in Trusts oder Fonds
• einige in persönlichem Eigentum
Das Gesetz verlangt: fünf Erben — jeweils 20%.
Aber 20% von was?
Von jedem Unternehmen?
Von jedem Konto?
Von jedem Vertrag?
Sie teilen nicht „Kapital“.
Sie sind gezwungen, rechtliche Hüllen zu teilen.
Das bedeutet:
-
Zersplitterung von Anteilen in operativen Unternehmen
-
Lähmung des Managements
-
Unfähigkeit zu verkaufen
-
Konflikte zwischen Erben
In der Praxis wird das Geschäft illiquide.
2. Die europäische Illusion des Eigentums
In Europa gibt es eine gefährliche Verzerrung:
wenn etwas gekauft und in einen Vertrag geschrieben wird, wird angenommen, dass es besessen wird.
In vielen Fällen ist dies falsch.
Beispiele:
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Anteile über Nominee-Halter
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Investitionen über Plattformen
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Fonds und SPVs
-
SAFE und wandelbare Instrumente
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Versicherungswrapper
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digitale Wallets und Konten
Rechtlich besitzen Sie oft nicht den Vermögenswert, sondern einen Anspruch oder ein Beteiligungsrecht.
Dieses Recht:
-
kann persönlich sein
-
kann sich nicht automatisch übertragen
-
kann aktive Schritte zur Bestätigung erfordern
Wenn diese Schritte nicht unternommen werden, verschwindet der Vermögenswert.
3. SAFE und „Geister“-Investitionen
Risikokapitalinvestoren in Europa erhalten fast nie direkt Aktien.
Sie verwenden Instrumente derselben Klasse wie SAFE:
Frankreich — BSA-AIR
Vereinigtes Königreich — ASA und Convertible Notes
Deutschland — VSOP und wandelbare Darlehen
Niederlande — CLA
Spanien — Notas Convertibles
Die wirtschaftliche Logik ist dieselbe: Geld jetzt, Aktien später.
Wenn der Tod vor der Umwandlung eintritt:
-
Sie sind nicht im Register der Firma
-
Sie haben keine Aktien
-
Ihre Erben haben keinen Einstiegspunkt
Für die Firma sind Sie kein Aktionär.
Für den Anwalt der Erben sind Sie kein Eigentümer.
Der Vermögenswert existiert nur als Anspruch, von dem niemand wissen mag.
4. Digitale Vermögenswerte als rechtliche Leere
Alles, was nicht in einem staatlichen Register erfasst ist, existiert für die Vererbung nicht.
Dies gilt für:
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Krypto-Wallets
-
Börsenkonten
-
Domains
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SaaS-Dienste
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digitale Rechte
Wenn es kein:
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Inventar
-
Anweisungen
-
Zugang
-
rechtlichen Rahmen
gibt, wird nichts vererbt.
5. Geografie zerstört die Vererbung
Eine europäische Familie plus Vermögenswerte in 5–7 Ländern gleich eine Katastrophe.
Jedes Land erfordert:
-
einen eigenen Notar
-
Dokumentenübersetzungen
-
einen örtlichen Anwalt
-
persönliche Anwesenheit
Für ältere Erben ist dies oft physisch unmöglich.
Die Kosten:
-
Zehntausende von Euro
-
Jahre der Zeit
-
ein hohes Risiko, dass ein Teil der Vermögenswerte nie wiederhergestellt wird
Einige Vermögenswerte verbrennen einfach aufgrund von Fristen, Bürokratie oder fehlenden Informationen.
6. Was tatsächlich nach dem Tod passiert
In Wirklichkeit erhalten Erben kein Kapital, sondern:
• eine Liste unbekannter Rechtspersonen
• unklare Investitionen
• Zugangsdaten, die nicht funktionieren
• Ansprüche, die niemand anerkennt
Anwälte nennen dies ein „unperfected estate“ — ein Zustand ohne rechtliche Zusammenführung.
De facto ist dies keine Erbschaft.
Es ist eine Reihe von Fragmenten ohne Anweisungen.
7. Warum die Reichen Probleme hinterlassen, nicht Geld
Die meisten wohlhabenden Menschen glauben, dass:
-
es ein Testament gibt
-
es eine Liste von Vermögenswerten gibt
-
es einen Anwalt gibt
Das reicht nicht aus.
Ohne:
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eine Eigentumsstruktur
-
vorkonfigurierte Übertragung von Rechten
-
eine klare Erbschaftsarchitektur
-
jurisdiktionelle Logik
fällt alles im Moment des Todes auseinander.
Rechtlich wird Reichtum nicht vererbt.
Nur was für die Übertragung vorbereitet ist, wird vererbt.
Alles andere verwandelt sich in Verluste, Konflikte und verschwindende Vermögenswerte.
Fazit
Es gibt einen Ausweg. Er liegt nicht im Erbrecht, sondern im Design des Eigentums.
Vermögenswerte müssen:
-
in rechtlichen Strukturen gehalten werden, die den Tod überdauern
-
von Rechtspersonen und nicht von Einzelpersonen besessen werden
-
einen vordefinierten Mechanismus für die Übertragung der Kontrolle haben
Das bedeutet Holdings, Fonds, Trusts, Zwischenvehikel, Kontrolle durch Direktoren und Satzungen sowie vordefinierte Auslöser für Managementänderungen.
Dann stirbt das Eigentum nicht mit der Person.
Ohne dies ist jeder internationale Reichtum vorübergehend.
Artikel und Rechner basieren auf allgemeinen Annahmen. Ihr Ergebnis hängt von Ihren spezifischen Umständen ab. Richys strukturiert Ihre Situation, um eine klare Position zu definieren. Ein verifizierter EU-Experte kann eine schriftliche Schlussfolgerung bereitstellen.
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