CARF — was es wirklich für Kryptoberichterstattung und Steuertransparenz bedeutet
Dieser Artikel erläutert allgemeine Grundsätze und dient nur zu Informationszwecken. Er stellt keine Rechts- oder Steuerberatung dar. Die persönlichen Ergebnisse hängen von Wohnsitz, Einkommensart, grenzüberschreitenden Verbindungen, Dokumenten und Zeitpunkt ab.
Krypto bewegt sich nicht länger in einer regulatorischen Grauzone.
Mit dem Crypto-Asset Reporting Framework (CARF) der OECD werden Krypto-Assets in dasselbe globale System der steuerlichen Transparenz eingebunden, das bereits für Banken und Investmentkonten gilt. CARF standardisiert, wie Daten zu Krypto-Transaktionen erhoben und weltweit zwischen Steuerbehörden ausgetauscht werden.
Im Rahmen von CARF sind Krypto-Plattformen und Dienstleister verpflichtet, Nutzerdaten und Transaktionsinformationen zu erfassen und an die lokalen Steuerbehörden weiterzugeben. In der EU wird diese Pflicht durch DAC8 umgesetzt, wodurch die CARF-Regelungen ab dem 1. Januar 2026 verbindlich werden.
CARF als globales Meldesystem
CARF wurde entwickelt, damit Steuerbehörden Zugang zu Informationen über Krypto-Transaktionen erhalten, um Steuerpflichten durchzusetzen und Steuerumgehung zu verhindern. Es ist Teil der OECD-Standards zum automatischen Informationsaustausch, neben dem Common Reporting Standard (CRS).
CARF erfasst:
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Krypto-Transaktionen
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Bestände an relevanten Krypto-Assets
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Identität der Nutzer und steuerliche Ansässigkeit
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Angaben zu beteiligten Wallets und Plattformen
Dies gilt nicht nur für klassische Börsen, sondern auch für andere Dienste, die Krypto-Transaktionen ermöglichen.
DAC8 ist CARF im EU-Recht. Es verpflichtet Krypto-Anbieter, dieselben Informationen zu melden und zwischen den Steuerbehörden der EU auszutauschen.
CARF und CRS: wie sie zusammenwirken
CARF und CRS basieren beide auf dem automatischen Austausch steuerrelevanter Informationen. CRS betrifft klassische Finanzkonten, während sich CARF auf Krypto konzentriert.
CRS zeigt den Steuerbehörden, wo Konten bestehen, und verknüpft sie mit der steuerlichen Ansässigkeit.
CARF ergänzt diese Sicht um Details zur Krypto-Aktivität – also zu Trades, Transfers und wirtschaftlichen Vorgängen –, wie sie von Dienstleistern gemeldet werden.
Gemeinsam zeichnen sie ein vollständigeres Bild der finanziellen Infrastruktur und der Wertbewegungen.
Was CARF in der Praxis bedeutet
CARF bedeutet keine sofortige Echtzeit-Überwachung. Wie CRS basiert es auf einer jährlichen Berichterstattung. Sobald die Daten jedoch ausgetauscht werden, können Steuerbehörden sie mit anderen Informationen abgleichen.
Ein Beispiel: Eine in der EU steuerlich ansässige Person, die über Plattformen außerhalb der EU mit Krypto handelt, stellt möglicherweise fest, dass Aktivitäten, die früher als „nicht relevant“ galten, plötzlich für die lokalen Behörden sichtbar werden, sobald diese Plattformen nach CARF melden. Das heißt nicht, dass neue Steuern entstehen – sondern dass bestehende Regeln wirksamer überprüft werden können.
Ein konkretes Beispiel, wie sich das in der Praxis auswirkt, ist hier beschrieben.
CARF verschiebt Krypto-Aktivitäten aus einem parallelen Raum in den Kern des Transparenzsystems.
Ein typisches Risikoszenario
CARF löst nicht automatisch Prüfungen aus. Risiko entsteht durch Unstimmigkeiten:
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steuerliche Ansässigkeit in einem EU-Staat
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Krypto-Aktivitäten über Plattformen außerhalb der EU
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Einkünfte oder Gewinne ohne klare Verbindung zur Ansässigkeit
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keine dokumentierte Logik zur wirtschaftlichen Tätigkeit
Sobald Informationen im Rahmen von CARF ausgetauscht und mit anderen Datensätzen abgeglichen werden – Steuererklärungen, Meldedaten zur Ansässigkeit, Bank-AML/KYC-Informationen – können Behörden Nachfragen stellen, wenn die Struktur nicht schlüssig erscheint.
FAQ — CARF und Krypto-Reporting
Welche Informationen werden im Rahmen von CARF genau ausgetauscht?
Krypto-Plattformen melden Identifikationsdaten der Nutzer, deren steuerliche Ansässigkeit sowie Details zu meldepflichtigen Transaktionen an die lokalen Steuerbehörden, die diese Informationen anschließend international austauschen.
Führt CARF neue Steuern ein?
Nein. CARF schafft keine neuen Steuerpflichten. Es liefert den Behörden mehr Informationen, um bestehende Steuervorschriften durchzusetzen.
Welche Anbieter müssen melden?
Unternehmen, die als Reporting Crypto-Asset Service Providers (RCASPs) gelten, darunter Börsen, Verwahrstellen, Broker und ähnliche Intermediäre.
Gilt CARF nur in der EU?
CARF ist ein globaler Rahmen. DAC8 setzt ihn im EU-Recht um, aber viele andere Staaten verpflichten sich ebenfalls zu den CARF-Standards.
Sehen Behörden sofort alle meine Transaktionen?
Nein. Wie CRS basiert auch CARF auf jährlichen Meldungen. Detaillierte Transaktionsdaten werden erst relevant, wenn nach dem Datenaustausch ein konkreter Fall geprüft wird.
Warum das jetzt wichtig ist
Ab dem 1. Januar 2026 tritt die CARF-Berichterstattung durch DAC8 in der EU in Kraft, und kurz darauf soll der Informationsaustausch beginnen. Die Mitgliedstaaten müssen DAC8 bis Ende 2025 in nationales Recht umsetzen.
Diese Änderungen schließen eine zentrale Transparenzlücke. Krypto-Aktivitäten stehen nicht länger außerhalb der globalen Finanzberichterstattung. CARF bringt das Krypto-Reporting in Einklang mit etablierten Standards wie CRS, damit steuerliche Pflichten grenzüberschreitend überprüft werden können.
Artikel und Rechner basieren auf allgemeinen Annahmen. Ihr Ergebnis hängt von Ihren spezifischen Umständen ab. Richys strukturiert Ihre Situation, um eine klare Position zu definieren. Ein verifizierter EU-Experte kann eine schriftliche Schlussfolgerung bereitstellen.
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